Ältere Hände unterschreiben ein Formular

Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung, Notfallordner

Was jede Familie geregelt haben sollte

Ein Unfall, eine schwere Krankheit und plötzlich können Sie nicht mehr selbst entscheiden. Viele glauben, dann übernimmt automatisch der Ehepartner oder die Kinder. Das stimmt so nicht.

Wer darf für Sie entscheiden?

Seit 2023 gibt es ein Notvertretungsrecht für Ehepartner, aber nur in Gesundheitsfragen und nur für höchstens sechs Monate. Bankgeschäfte, Verträge, Behörden oder die Wohnung sind davon nicht erfasst. Ohne Vollmacht bestellt das Betreuungsgericht einen Betreuer. Das kann ein Familienmitglied sein, muss es aber nicht.

Die drei wichtigsten Dokumente

  • Vorsorgevollmacht: Sie bestimmen, wer in Ihrem Namen handeln darf, etwa bei Bank, Versicherungen, Ärzten und Behörden.
  • Patientenverfügung: Sie legen fest, welche medizinischen Maßnahmen Sie wünschen und welche nicht.
  • Betreuungsverfügung: Falls doch ein Betreuer nötig wird, bestimmen Sie, wer es sein soll.

Die Dokumente können im Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer registriert werden. So erfahren Gerichte im Ernstfall, dass es sie gibt.

Was in einen Notfallordner gehört

  • Kopien der Vollmachten und der Patientenverfügung
  • Übersicht über Konten, Depots und Kredite
  • Alle Versicherungen mit Vertragsnummern und Ansprechpartnern
  • Mietvertrag oder Grundbuchauszug, Kfz-Unterlagen
  • Wichtige Kontakte: Hausarzt, Arbeitgeber, Steuerberater, Finanzberater
  • Ein Hinweis, wo Zugangsdaten sicher hinterlegt sind

Das klingt nach Arbeit, ist aber an einem Nachmittag erledigt. Und es ist eines der größten Geschenke, die Sie Ihrer Familie machen können.

Sie müssen nicht alles zu Hause aufbewahren: Bei der Deutschen Vorsorgedatenbank können Sie Ihre Vorsorgedokumente sicher hinterlegen. So sind sie im Ernstfall sofort verfügbar und nichts geht verloren. Neben kostenpflichtigen Angeboten gibt es dort auch eine kostenlose Variante. Für Fachfragen steht außerdem ein Netzwerk von Rechtsanwälten bereit.

Wie ich Sie unterstütze

Ich gehe mit Ihnen durch, was in Ihrer Familie schon geregelt ist und wo noch etwas fehlt. Ihre Verträge, Konten und Ansprechpartner halten wir in einer Übersicht fest, damit Ihre Angehörigen im Ernstfall schnell alles finden. Für Vollmachten und Testament empfehle ich bei Bedarf einen Notar oder Anwalt.

Termin online buchen

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche Beratung. Er stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung dar.

Weitere Bereiche

Elternzeit und Elterngeld: Die Finanzen planen, bevor das Baby kommt

Wie viel Elterngeld es gibt, wie Sie die Monate klug aufteilen und welche Verträge Sie rund um die Geburt anpassen sollten.

Weiterlesen

Das erste Gehalt: Die fünf wichtigsten Finanzschritte zum Berufsstart

Gehaltsabrechnung verstehen, Notgroschen aufbauen, richtig absichern: So legen Sie mit dem ersten Job das Fundament für Ihre finanzielle Freiheit.

Weiterlesen

Selbstständig machen: Was Sie jetzt selbst absichern müssen

Als Angestellter regelt vieles der Arbeitgeber. Als Selbstständiger müssen Sie sich um Krankenversicherung, Einkommensausfall, Altersvorsorge und Steuern selbst kümmern.

Weiterlesen
↑