Junges Paar sitzt zu Hause auf dem Sofa und schaut gemeinsam auf einen Laptop

Altersvorsorgedepot: Start am 1. Januar 2027

Mehr Zulage, freie Anlage, gedeckelte Kosten: Die neue Förderung macht vieles besser als Riester.

Das Altersvorsorgedepot startet erst am 1. Januar 2027. Bis dahin ist noch vieles offen, zum Beispiel welche Anbieter zertifiziert werden und was die Produkte genau kosten. Was Sie heute im Fernsehen oder in Anzeigen sehen, ist deshalb oft Werbung ohne konkretes Angebot.

Die Riester-Rente hatte gute Absichten, aber in der Praxis viele Schwächen: hohe Kosten, eine Pflicht zur 100-%-Beitragsgarantie und damit wenig Rendite. Ab dem 1. Januar 2027 kommt mit der Reform der privaten Altersvorsorge das Altersvorsorgedepot. Neue Riester-Verträge sind dann nicht mehr möglich, bestehende laufen weiter.

Was ist das Altersvorsorgedepot?

Sie sparen in einem Depot, zum Beispiel in ETFs oder Fonds, und bekommen dafür Zulagen vom Staat. Eine Beitragsgarantie ist nicht vorgeschrieben. Ihr Geld kann also langfristig in Aktien arbeiten. Wer mehr Sicherheit möchte, kann geförderte Produkte mit 80 % oder 100 % Garantie wählen.

Zusätzlich gibt es ein einfaches Standardprodukt: Es legt in Aktien und Anleihen an, schichtet mit zunehmendem Alter automatisch in den sichereren Teil um und darf höchstens 1 % Kosten im Jahr haben.

Die Förderung

  • Grundzulage: 50 Cent pro Euro auf die ersten 360 Euro Eigenbeitrag im Jahr, danach 25 Cent pro Euro bis 1.800 Euro. Das sind bis zu 540 Euro Zulage im Jahr.
  • Kinderzulage: Bis zu 300 Euro pro Kind und Jahr. Dafür reichen schon 25 Euro Eigenbeitrag im Monat.
  • Berufseinsteiger-Bonus: Einmalig 200 Euro, wenn Sie zu Beginn des Jahres, in dem Sie starten, jünger als 25 sind.
  • Mindestbeitrag: 120 Euro im Jahr, also 10 Euro im Monat.
  • Steuern: Erträge und Kursgewinne bleiben in der Ansparphase steuerfrei. Die Auszahlung im Alter versteuern Sie mit Ihrem persönlichen Steuersatz.
  • Mehr Berechtigte: Neu gefördert werden auch Selbstständige und angestellte Mitglieder eines Versorgungswerks.

Altersvorsorgedepot und Riester im Vergleich

Riester-Rente (bis 2026)Altersvorsorgedepot (ab 2027)
Garantie100 % der Beiträge und Zulagen Pflichtwahlweise ohne, 80 % oder 100 %
Grundzulage175 € im Jahr bei vollem Mindesteigenbeitragbis zu 540 € im Jahr
Kinderzulage185 € bzw. 300 € (Kinder ab Geburtsjahr 2008)bis zu 300 € pro Kind
Eigenbeitrag4 % des Vorjahresbruttos für volle Zulagefester Betrag, Förderung steigt bis 1.800 €
Anlageoft Versicherung oder Banksparplan, wenig AktienETFs und Fonds möglich
Kostenoft hoch, kein DeckelStandardprodukt max. 1 % pro Jahr
Auszahlunglebenslange Rente Pflicht, bis 30 % als Kapitalauch Auszahlplan bis mindestens 85, ohne Pflicht zur Leibrente
Förderberechtigtvor allem rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer und Beamtezusätzlich Selbstständige und Mitglieder von Versorgungswerken

Lohnt sich der Wechsel aus Riester?

In vielen Fällen ja. Mehr Zulage, keine Pflicht zur Garantie, gedeckelte Kosten im Standardprodukt und eine freiere Auszahlung: Bei den Bedingungen ist das Altersvorsorgedepot der Riester-Rente deutlich überlegen. Für Riester-Sparer ist der Wechsel in die neue Förderung deshalb oft der richtige Schritt.

Ein Wechsel lässt sich aber nicht rückgängig machen. Deshalb prüfen wir vorher: Was kostet Ihr Vertrag heute, welchen Garantiezins und welchen Rentenfaktor hat er und was kostet der Wechsel? Ältere Verträge haben manchmal Garantien, die es heute nicht mehr gibt. Dann kann es besser sein, den Vertrag weiterlaufen zu lassen. In diesem Fall lohnt ein Blick auf Ihren Beitrag: Die volle Riester-Zulage gibt es nur, wenn Sie 4 % Ihres Vorjahresbruttos abzüglich der Zulagen einzahlen, mindestens 60 Euro im Jahr. Nach einer Gehaltserhöhung reicht der alte Beitrag oft nicht mehr.

Worauf Sie achten sollten

  • Kosten: Neben dem Standardprodukt wird es Angebote ohne Kostendeckel geben. Schon 1 % mehr Kosten im Jahr kostet über Jahrzehnte einen großen Teil der Erträge.
  • Garantie bewusst wählen: Je länger Sie bis zur Rente haben, desto eher bremst eine Garantie mehr, als sie schützt.
  • Nicht nur auf die Zulage schauen: Das Geld ist bis zur Rente gebunden. Für flexible Ziele bleibt ein normales Depot wichtig.
  • Vorsicht vor schnellen Abschlüssen: Zum Start 2027 werden viele Anbieter laut werben. Lassen Sie sich Kosten und Bedingungen schwarz auf weiß zeigen.

Wie ich Sie unterstütze

Haben Sie schon einen Riester-Vertrag, sehe ich ihn mir mit Ihnen genau an und rechne durch, ob sich der Wechsel lohnt. Für neue Verträge vergleiche ich Anbieter, Kosten und Garantievarianten und wir wählen gemeinsam, was zu Ihnen passt.

Wichtig ist dabei der Blick auf das Ganze: Das Altersvorsorgedepot ist ein Baustein Ihrer Altersvorsorge, neben gesetzlicher Rente, Versorgungswerk, betrieblicher Vorsorge, Depot und Immobilien. Wie viel Sie wo einzahlen, halten wir in Ihrem Finanzplan fest.

Rechnen Sie selbst nach: Wie viel Zulage Sie bekommen und was im Alter monatlich übrig bleibt, zeigt der Altersvorsorgedepot-Rechner →

Quelle: Gesetz zur Reform der steuerlich geförderten privaten Altersvorsorge (Altersvorsorgereformgesetz), vom Bundestag am 27.3.2026 beschlossen, Zustimmung des Bundesrats am 8.5.2026, BGBl. 2026 I Nr. 156. Stand Oktober 2026. Einzelheiten können sich bis zum Start noch konkretisieren. Kapitalanlagen unterliegen Wertschwankungen, ein Verlust ist möglich.

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