Oft gefragt: Antworten auf häufige Fragen
Ist Ihre Frage nicht dabei? Kontaktieren Sie mich, ich antworte Ihnen persönlich.
Zur Zusammenarbeit
Wie läuft das erste Gespräch ab?
Im ersten Gespräch lernen wir uns kennen. Für mich ist es sinnvoll zu verstehen, wo Sie heute stehen, was Ihnen wichtig ist und wohin Sie wollen. Vorbereiten müssen Sie dafür nichts. Nehmen Sie sich etwa 60 bis 90 Minuten Zeit.
Muss ich dafür nach Nürnberg kommen?
Nein. Gerne treffen wir uns persönlich in Nürnberg und Umgebung. Genauso gut funktioniert die Beratung per Videocall, und zwar von überall. Viele meiner Mandanten leben inzwischen in anderen Städten, oft nach einem Umzug, und wir arbeiten ganz selbstverständlich weiter zusammen.
Welche Unterlagen brauche ich?
Für das erste Gespräch keine. Für die Analyse sind später Ihre bestehenden Verträge, Gehaltsnachweise und Renteninformationen hilfreich. Ich sage Ihnen genau, was wir wann brauchen, damit Sie keine Zeit verschwenden. Eine Übersicht finden Sie unter Vorbereitung.
Für wen ist Ihre Beratung gedacht?
Für jeden, der seine Finanzen ernsthaft angehen möchte, egal ob angestellt, selbstständig oder verbeamtet, am Anfang des Berufslebens oder kurz vor der Rente, allein oder mit Familie. Ob Sie viel oder wenig Geld haben, spielt für mich keine Rolle. Gegenseitiger Respekt schon.
Können Sie meine bestehenden Verträge prüfen?
Ja, sehr gerne. Oft finden sich Lücken im Schutz, doppelte Absicherungen oder teure Altverträge. Genauso oft stellt sich heraus, dass ein alter Vertrag besser ist als jeder neue. Dann sage ich Ihnen das auch.
Wie geht es nach dem Abschluss weiter?
Dann fängt die Zusammenarbeit erst richtig an. Ich bleibe Ihr Ansprechpartner bei Fragen, Schadenfällen und Änderungen im Leben, etwa bei Heirat, Kind, Jobwechsel oder Hauskauf. In regelmäßigen Abständen prüfen wir gemeinsam, ob alles noch zu Ihnen passt.
Wie gehen Sie mit meinen Daten um?
Vertraulich. Ihre Daten verwende ich ausschließlich für Ihre Beratung und gebe sie nur weiter, wenn es für die Umsetzung nötig ist und Sie zugestimmt haben, etwa an einen Versicherer oder eine Bank.
Altersvorsorgedepot
Kann ich meinen Riester-Vertrag einfach kündigen?
Bitte nicht. Bei einer Kündigung müssen Sie Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen. Der bessere Weg ist der Wechsel in die neue Förderung oder die Übertragung Ihres Guthabens auf ein neues Produkt. Dabei bleibt die bisherige Förderung erhalten.
Ab wann gibt es das Altersvorsorgedepot?
Frühestens ab dem 1. Januar 2027. Vorher prüft das Bundeszentralamt für Steuern die Produkte der Anbieter, nur zertifizierte Verträge werden gefördert. Ab dem Start ist auch der Wechsel aus Riester möglich. Bis dahin gilt: Ihren Riester-Vertrag bitte nicht kündigen.
Komme ich vor der Rente an das Geld?
Grundsätzlich nicht. Das Geld ist für das Alter gedacht und bis zum Rentenbeginn gebunden. Für Ziele wie Auto, Reisen oder Rücklagen bleibt deshalb ein normales Depot wichtig.
Ich bin Arzt und im Versorgungswerk. Werde ich gefördert?
Als angestellte Pflichtmitglieder eines Versorgungswerks werden Sie künftig ebenfalls gefördert, genauso wie Selbstständige. Bei Riester ging das bisher höchstens über den Ehepartner. Ob sich das für Sie lohnt, rechnen wir am besten zusammen mit Ihrer übrigen Vorsorge durch.
Lohnt sich das auch bei einem hohen Einkommen?
Die Zulage ist für alle gleich hoch. Bei hohem Einkommen kann zusätzlich ein Steuervorteil dazukommen, und die Erträge bleiben in der Ansparphase steuerfrei. Dafür wird die Auszahlung im Alter versteuert. Was unterm Strich bleibt, zeigt der Altersvorsorgedepot-Rechner.
Versicherungen
Welche Versicherungen braucht man wirklich?
Das hängt von Ihrer Lebenssituation ab. Für nahezu alle gilt: Privathaftpflicht und eine Krankenversicherung. Wer von seinem Einkommen lebt, sollte seine Arbeitskraft mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung absichern, am besten schon im Studium, solange man jung und gesund ist. Wer Familie hat oder einen Kredit abbezahlt, braucht eine Risikolebensversicherung. Viele weitere Versicherungen sind sinnvoll und erleichtern Ihnen das Leben im Schadenfall. Je nach Situation kann davon auch manches existenziell sein. Was für Sie dazugehört, klären wir im persönlichen Gespräch.
Lohnt sich eine Unfallversicherung statt einer BU?
In der Regel nein. Die meisten Fälle von Berufsunfähigkeit entstehen nicht durch Unfälle, sondern durch Krankheiten, etwa psychische Erkrankungen, Rücken- oder Krebserkrankungen. Eine Unfallversicherung kann eine sinnvolle Ergänzung sein, ersetzt eine BU aber nicht. Sie ist eine Alternative, wenn eine BU aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist.
Ich bin im Studium. Brauche ich wirklich schon eine BU?
Gerade dann lohnt sie sich. Der Beitrag richtet sich nach Ihrem Alter und Ihrer Gesundheit beim Abschluss. Wer jung und gesund einsteigt, sichert sich dauerhaft günstige Beiträge. Später können Erkrankungen einen Abschluss teurer machen oder ganz verhindern. Viele Tarife haben eine Nachversicherungsgarantie: Beim Berufseinstieg lässt sich die Absicherung dann ohne neue Gesundheitsprüfung erhöhen.
Wie hoch sollte die Deckungssumme der Privathaftpflicht sein?
Personenschäden können sehr teuer werden, etwa durch lebenslange Rentenzahlungen an Verletzte. Ich empfehle mindestens 10 Millionen Euro pauschal, gute Tarife bieten mehr. Der Preisunterschied zu niedrigen Summen ist meist gering.
Was passiert, wenn ich umziehe oder heirate?
Bei Hausrat, Haftpflicht und Wohngebäude müssen Sie Änderungen dem Versicherer melden. Nach einer Heirat lassen sich oft zwei Haftpflichtverträge zu einem Familientarif zusammenlegen, was Geld spart. Melden Sie mir solche Änderungen einfach, dann kümmere ich mich darum.
Berufsunfähigkeit
Ab wann sollte ich eine BU abschließen?
So früh wie möglich, idealerweise schon im Studium oder in der Ausbildung. Der Beitrag richtet sich nach Eintrittsalter und Gesundheitszustand. Jede Diagnose, die Sie später bekommen, kann zu Ausschlüssen oder Zuschlägen führen. Viele Tarife bieten für Studierende günstige Einstiegsmöglichkeiten.
Wie hoch sollte die BU-Rente sein?
Als Faustregel etwa 70 bis 80 % Ihres Nettoeinkommens, denn im Leistungsfall fallen weiterhin Kranken- und Pflegeversicherung sowie Steuern an. Über Nachversicherungsgarantien lässt sich die Rente später an Ihr steigendes Einkommen anpassen.
Was ist, wenn ich Vorerkrankungen habe?
Das ist kein Grund, es nicht zu versuchen. Über eine anonyme Risikovoranfrage klären wir bei mehreren Versicherern, ob und zu welchen Bedingungen ein Vertrag möglich ist, ohne dass ein Eintrag in einer Datenbank entsteht.
Ich bin Assistenzarzt. Was ist jetzt wichtig?
Ihre BU-Absicherung mit einer arztspezifischen Infektionsklausel. Die Entscheidung zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung. Und die Frage, wie Versorgungswerk und private Vorsorge zusammenpassen. Gerade in der Facharztzeit legen Sie die Grundlagen für viele Jahrzehnte.
Mir wurde gesagt, nur ein Versicherer hat eine Infektionsklausel für Ärzte. Stimmt das?
Nein. Was vor rund zehn Jahren noch eine Besonderheit weniger Tarife war, ist heute weit verbreitet. Viele Versicherer haben eine Infektionsklausel, manche nicht nur für Ärzte, sondern auch für andere Heilberufe oder sogar für alle Berufe. Die Klausel greift, wenn Sie wegen einer Infektion ein Tätigkeitsverbot erhalten, obwohl Sie sonst noch arbeiten könnten. Entscheidend sind die Details: Für welche Berufe gilt sie? Ab welcher Dauer des Tätigkeitsverbots wird gezahlt? Reicht auch ein teilweises Verbot? Ein Grund, sich auf einen einzigen Versicherer festzulegen, ist sie heute nicht mehr.
Mir wurde eine günstigere BU angeboten. Soll ich wechseln?
Bitte nicht vorschnell. Bei einem neuen Vertrag wird Ihre Gesundheit neu geprüft. Bei Ihrem bestehenden Vertrag zählt dagegen Ihr Gesundheitszustand von damals. Schon wenige Termine bei der Physiotherapie oder ein Erstgespräch beim Psychotherapeuten müssen angegeben werden. Das kann zu Ausschlüssen, Zuschlägen oder einer Ablehnung führen. Wer dabei etwas vergisst, riskiert sogar, dass der Versicherer im Leistungsfall vom Vertrag zurücktritt und nicht zahlt. Ein Wechsel ist nur sinnvoll, wenn sicher ist, dass seit dem alten Abschluss gesundheitlich nichts dazugekommen ist. Leider erlebe ich immer wieder, dass ein neuer Vertrag empfohlen wird, weil daran verdient wird. Gerne prüfe ich das Angebot vorher für Sie.
Private Krankenversicherung
Lohnt sich die PKV für mich?
Das hängt von Ihrem Beruf, Ihrer Familienplanung, Ihrem Einkommen und Ihren Ansprüchen ab. Für Beamte ist sie wegen der Beihilfe oft sinnvoll. Für Angestellte und Selbstständige rechne ich mit Ihnen konkret durch, wie sich die Beiträge heute, mit Kindern und im Ruhestand entwickeln können.
Ab welchem Einkommen kann ich in die PKV wechseln?
Als Angestellter, wenn Ihr regelmäßiges Bruttojahresgehalt über der Versicherungspflichtgrenze liegt. 2026 sind das 77.400 Euro, also 6.450 Euro im Monat. Selbstständige, Freiberufler und Beamte können unabhängig vom Einkommen in die PKV wechseln.
Was passiert in der PKV, wenn wir Kinder bekommen?
In der PKV braucht jedes Familienmitglied einen eigenen Vertrag, eine kostenlose Familienversicherung gibt es nicht. Das Kind muss außerdem rechtzeitig angemeldet werden. Deshalb gehört die Familienplanung von Anfang an in die Rechnung.
Kann ich aus der PKV wieder zurück in die gesetzliche Kasse?
Nur unter bestimmten Bedingungen, etwa wenn Sie als Angestellter vor dem 55. Geburtstag wieder unter die Jahresarbeitsentgeltgrenze fallen. Deshalb sollte der Wechsel in die PKV gut überlegt und durchgerechnet sein.
Mir wurde eine günstigere PKV angeboten. Soll ich wechseln?
Vorsicht. Bei einem anderen Versicherer wird Ihre Gesundheit neu geprüft. Außerdem steigen Sie mit Ihrem heutigen Alter ein. Ihre Altersrückstellungen nehmen Sie nur zum Teil mit, bei Verträgen von vor 2009 meist gar nicht. Der günstige Beitrag von heute wird so oft zum teuren von morgen. Häufig lohnt sich stattdessen ein Tarifwechsel beim eigenen Versicherer: Ihre Altersrückstellungen bleiben erhalten. Eine neue Gesundheitsprüfung gibt es dann nur für Mehrleistungen. Aber auch hier lohnt ein genauer Blick: Neue Tarife steigen oft schneller als alte. Dann ist der Vertrag nach wenigen Jahren teurer als vorher. Lassen Sie uns das vorher gemeinsam durchrechnen.
Ich bin Arzt. Meine Kollegen behandeln mich doch sowieso gut. Brauche ich die PKV?
Ein schneller Termin bei Kollegen ist viel wert. Was am Ende bezahlt wird, entscheidet aber Ihr Versicherungsschutz. Den Unterschied zwischen medizinisch sinnvoll und von der Kasse bezahlt kennen Sie aus Ihrem Alltag am besten. Für Versicherer sind Ärzte gern gesehene Kunden, deshalb bieten viele eigene Ärztetarife an. Oft sparen Sie damit mehrere hundert Euro im Jahr. Und vor allem: Am meisten brauchen Sie Ihre Versicherung im Ruhestand. Dann praktizieren Ihre Studienkollegen in der Regel selbst nicht mehr.
Altersvorsorge
Wie viel sollte ich für das Alter zurücklegen?
Eine pauschale Zahl gibt es nicht. Als Orientierung gilt: 10 bis 15 % des Nettoeinkommens sind ein guter Richtwert. Wichtiger als die exakte Höhe ist, dass Sie überhaupt anfangen und die Sparrate mit Ihrem Einkommen mitwächst.
Lohnt sich die betriebliche Altersvorsorge?
Auf dem Papier ja: Sie sparen Steuern und Sozialabgaben und Ihr Arbeitgeber zahlt etwas dazu. In der Praxis lohnt sich ein genauer Blick. Viele Unternehmen haben ältere Verträge, die für alle Mitarbeiter gleich gelten, ganz gleich wie alt Sie sind. ETFs sind darin oft nicht vorgesehen. Je jünger Sie sind, desto länger wirkt der Zinseszins und desto eher kann eine renditestärkere Anlage den Zuschuss überholen. Bei kleineren Arbeitgebern können wir oft einen Vertrag einreichen, der zu Ihnen passt. Ich rechne mit Ihnen durch, was das Angebot Ihres Arbeitgebers wirklich bringt, inklusive Steuern und Krankenkassenbeiträgen im Alter.
Für wen eignet sich die Basisrente („Rürup“)?
Vor allem für Gutverdiener, Selbstständige und Ärzte mit hoher Steuerlast. Die Beiträge sind in hohem Umfang als Sonderausgaben absetzbar. Der Nachteil: Das Geld ist bis zur Rente gebunden und wird ausschließlich als lebenslange Rente ausgezahlt.
Rentenversicherung oder ETF-Sparplan: Was ist besser?
Das ist kein Entweder-oder. Ein Fondssparplan ist flexibel und günstig. Eine fondsgebundene Rentenversicherung bietet andere Vorteile: keine laufende Besteuerung und keine Vorabpauschale, Steuervorteile bei der Auszahlung und auf Wunsch eine lebenslange Rente. Sie kann als Sicherheit für eine Immobilienfinanzierung dienen und mit einer Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit weiterlaufen. Günstig ist also nicht immer besser. Welche Mischung passt, hängt von Ihrem Steuersatz, Ihrer Disziplin und Ihren Zielen ab.
Ich bin schon über 40. Ist es zu spät?
Nein. Sie haben vermutlich noch über 20 Jahre bis zur Rente, eine lange Zeit für Vermögensaufbau. Die Sparrate fällt etwas höher aus, dafür ist das Einkommen meist auch höher als mit 25. Wichtig ist, jetzt strukturiert anzufangen.
Mir wurde eine neue Altersvorsorge angeboten. Soll ich meinen alten Vertrag kündigen?
Erst rechnen, dann entscheiden. Ältere Verträge haben oft einen höheren Garantiezins und günstigere Rechnungsgrundlagen, als es sie heute gibt. Verträge von vor 2005 können zudem steuerliche Vorteile haben. Bei einer Kündigung bekommen Sie meist nur den Rückkaufswert. Beim neuen Vertrag fallen die Abschlusskosten erneut an. Erst damit verdient ein neuer Berater mit. Oft ist es besser, den alten Vertrag weiterlaufen zu lassen oder beitragsfrei zu stellen. Zeigen Sie mir das Angebot, bevor Sie unterschreiben.
Ich habe einen Riester-Vertrag. Was passiert damit?
Er läuft mit der bisherigen Förderung weiter. Ab 2027 gibt es mit dem Altersvorsorgedepot eine neue Förderung, die Riester in vielen Fällen überlegen ist: mehr Zulage, keine Pflicht zur Garantie und gedeckelte Kosten. Ob sich der Wechsel für Sie lohnt und worauf Sie achten sollten, lesen Sie auf der Seite Altersvorsorgedepot. Kündigen Sie ihn nicht, sonst müssen Sie Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen.
Investmentfonds
Ab welchem Betrag kann ich anlegen?
Fondssparpläne sind oft schon ab 25 oder 50 Euro im Monat möglich. Entscheidend ist nicht die Höhe zu Beginn, sondern die Regelmäßigkeit und die Zeit.
ETF oder aktiv gemanagter Fonds?
ETFs bilden einen Index kostengünstig nach. Aktive Fonds versuchen, durch gezielte Auswahl besser abzuschneiden oder Schwankungen abzufedern, kosten dafür aber mehr. Beides kann je nach Ziel und Anlagestrategie sinnvoll sein und lässt sich gut kombinieren.
Was passiert bei einem Börsencrash?
Die Kurse fallen, teilweise deutlich. Historisch haben sich breit gestreute Aktienmärkte nach Krisen aber wieder erholt. Eine Garantie für die Zukunft ist das nicht. Wer mit Sparplan investiert, kauft in Krisen günstiger nach. Der größte Fehler ist oft, in Panik zu verkaufen. Seit 2009 sind die Aktienmärkte trotz Einbrüchen wie 2020 und 2022 überwiegend gestiegen. Wer eine große Summe auf einmal anlegt, etwa aus einer Erbschaft oder Abfindung, kann deshalb zu einem ungünstigen Zeitpunkt einsteigen. Gerade dann ist eine Beratung sinnvoll.
Wie viel Risiko sollte ich eingehen?
Das hängt von Ihrem Anlagehorizont, Ihren Zielen und Ihrer persönlichen Risikobereitschaft ab. Das klären wir vor jeder Anlage gemeinsam.
Kann ich jederzeit an mein Geld?
Bei offenen Investmentfonds ja. Anteile können in der Regel börsentäglich verkauft werden. Bedenken Sie aber, dass ein Verkauf zu einem ungünstigen Zeitpunkt Verluste bedeuten kann.
Kapitalanlageimmobilie
Was muss ein Berater für Kapitalanlageimmobilien mitbringen?
Für die Beratung zu Kapitalanlageimmobilien gibt es in Deutschland leider keine verpflichtende Sachkundeprüfung. Achten Sie deshalb genau darauf, wer Sie berät. In der Finanzplanung ist es wichtig, dass ein Berater selbst finanziell gut aufgestellt ist, denn eigene Erfahrung schlägt meist theoretisches Wissen. Bei Immobilien gilt dieser Grundsatz umso mehr. Ihr Berater sollte selbst Objekte besitzen, die Mathematik dahinter beherrschen und sich im besten Fall auch mit der Bausubstanz auskennen.
Lohnt sich eine Immobilie als Kapitalanlage noch?
Das hängt vom einzelnen Objekt ab, nicht vom Markt im Allgemeinen. Entscheidend sind Kaufpreis im Verhältnis zur Jahresnettokaltmiete, Lage, Zustand, Finanzierungskosten und Ihre steuerliche Situation. Ertrag entsteht aus den Mieteinnahmen, aus der Tilgung, die zum großen Teil über die Miete läuft, und aus einer möglichen Wertsteigerung, die aber nicht garantiert ist. Deshalb rechne ich jedes Objekt vor dem Kauf einzeln durch.
Welche Kosten kann ich als Vermieter von der Steuer absetzen?
Mieteinnahmen sind steuerpflichtig, gleichzeitig sind viele Ausgaben als Werbungskosten absetzbar: Schuldzinsen, Verwaltungskosten, nicht umlagefähige Nebenkosten, Instandhaltung und die Abschreibung (AfA) auf den Gebäudeanteil, nicht auf Grund und Boden. Die lineare AfA beträgt in der Regel 2 % pro Jahr, 2,5 % für Gebäude vor 1925 und 3 % für Wohngebäude, die ab 2023 fertiggestellt wurden. Ergibt sich ein Verlust, wird er mit Ihren übrigen Einkünften verrechnet.
Wann kann ich eine vermietete Immobilie steuerfrei verkaufen?
Liegen zwischen Kauf und Verkauf mehr als zehn Jahre, ist der Gewinn bei Privatpersonen steuerfrei (§ 23 EStG). Bei einem Verkauf innerhalb der zehn Jahre wird der Gewinn mit Ihrem persönlichen Steuersatz versteuert. Ausnahme: Haben Sie die Immobilie im Verkaufsjahr und in den beiden Jahren davor selbst bewohnt, ist der Verkauf auch früher steuerfrei.
Wie viel Eigenkapital brauche ich für eine Kapitalanlage?
Als Faustregel sollten mindestens die Kaufnebenkosten aus Eigenkapital bezahlt werden, in Bayern je nach Makler rund 5 bis 9 % des Kaufpreises. Bei vermieteten Immobilien wird der Kaufpreis oft bewusst weitgehend finanziert, weil die Schuldzinsen steuerlich absetzbar sind. Wichtig sind außerdem eine Rücklage für Instandhaltung und Mietausfall sowie eine Bonität, mit der die Bank mitgeht.
Immobilienfinanzierung
Wie viel Immobilie kann ich mir leisten?
Als grobe Orientierung sollte die monatliche Rate nicht mehr als 35 bis 40 % Ihres Nettohaushaltseinkommens betragen. Dabei müssen Rücklagen für Instandhaltung, Nebenkosten und unerwartete Ausgaben eingeplant werden. Wir erstellen eine Haushaltsrechnung, die auch Kinder oder Elternzeit berücksichtigt.
Geht eine Finanzierung ohne Eigenkapital?
Grundsätzlich ist eine sogenannte Vollfinanzierung möglich, vor allem bei hohem und sicherem Einkommen, etwa bei Ärzten oder Beamten. Sie ist aber meist teurer und mit mehr Risiko verbunden, weil die Bank für einen höheren Beleihungsauslauf einen Zinsaufschlag verlangt. Ob das sinnvoll ist, hängt vom Einzelfall ab.
Wie lange sollte die Zinsbindung sein?
Das hängt vom Zinsniveau, Ihrer Restschuld nach Ablauf der Bindung und Ihrem Sicherheitsbedürfnis ab. Viele wählen 10 bis 15 Jahre. Gut zu wissen: Zehn Jahre nach der vollständigen Auszahlung können Sie ein Darlehen mit festem Zins mit einer Frist von sechs Monaten kündigen, auch wenn die Zinsbindung länger läuft (§ 489 BGB). Wichtig: Nach Ablauf der Zinsbindung wird die Restschuld zu den dann gültigen Zinsen weiterfinanziert. Sind die Zinsen bis dahin gestiegen, kann Ihre Rate deutlich höher ausfallen (Zinsänderungsrisiko). Je kürzer die Zinsbindung und je höher die Restschuld, desto größer ist dieses Risiko.
Welche Unterlagen braucht die Bank?
In der Regel Gehaltsnachweise, Steuerbescheide (bei Selbstständigen meist die letzten zwei Jahre), einen Eigenkapitalnachweis, Ausweis und Objektunterlagen wie Exposé, Grundbuchauszug, Grundrisse, Wohnflächenberechnung und bei Wohnungen die Teilungserklärung. Ich gebe Ihnen eine vollständige Checkliste.
Makler
Wer zahlt beim Kauf einer Wohnung oder eines Hauses die Maklerprovision?
Seit dem 23. Dezember 2020 gilt beim Verkauf von Wohnungen und Einfamilienhäusern an Verbraucher: Beauftragen Käufer und Verkäufer den Makler gemeinsam, teilen sie die Provision je zur Hälfte. Hat nur der Verkäufer beauftragt, darf der Käufer höchstens die Hälfte übernehmen und muss erst zahlen, wenn der Verkäufer seinen Anteil gezahlt hat (§§ 656c, 656d BGB). Der Maklervertrag braucht dabei mindestens Textform, eine E-Mail genügt (§ 656a BGB).
Wie hoch ist die Maklerprovision?
Die Höhe ist gesetzlich nicht festgelegt und grundsätzlich verhandelbar. In Bayern üblich sind 3,57 % des Kaufpreises inklusive Mehrwertsteuer je Seite, zusammen also 7,14 %. Fällig wird sie erst, wenn ein wirksamer Kaufvertrag zustande kommt.
Mit welchen Kosten muss ich beim Bauen rechnen?
Neben Grundstück und reinen Baukosten kommen Erschließung, Baunebenkosten wie Architekt, Statik, Genehmigungen und Gutachten, Außenanlagen sowie die Kaufnebenkosten für das Grundstück hinzu. Baunebenkosten machen oft 15 bis 20 % der Baukosten aus. Zusätzlich sollten Sie einen Puffer von etwa 10 % für Unvorhergesehenes einplanen.
Was sind Bereitstellungszinsen?
Beim Bau wird das Darlehen nicht auf einmal, sondern nach Baufortschritt ausgezahlt. Für den noch nicht abgerufenen Teil verlangen Banken nach einer bereitstellungszinsfreien Zeit, häufig 3 bis 12 Monate, Bereitstellungszinsen von oft rund 0,25 % pro Monat. Eine realistische Bauzeit und eine ausreichend lange zinsfreie Zeit sparen hier viel Geld.
Die Antworten dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung. Sie stellen keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar.